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101) Chris (23) schrieb am 15.5.2003 noch einmal


Mir ist noch einiges eingefallen, ich kann mich natürlich auch noch an die Appelle erinnern, allerdings wußte ich damals und heute auch noch nicht wieso wir diese gemacht haben. Und die Morgendlichen Grüße fand ich auch nicht gut. "Zum Frieden und Sozialismus seid bereit, immer bereit." Da mußte man doch immer seine Hand so auf den Kopf machen, ich habe dann immer meinen Daumen an die Stirn gehalten. Also einen Vogel gezeigt. Aber alles in allem war der Klassenverband viel besser. Mädchen und Jungen haben zusammengehalten, und wir waren auch bis zur Wende ein Klassenverband und wurden nicht auseinander gerissen. Und Die Ferienlager waren auch toll, hab da das Schwimmen gelernt und sogar eine Urkunde bekommen. Ich kann mich auch noch an diese Wassertaufe erinnern. Da mußte man irgend so was fieses trinken und wurde dann ins Wasser geschmissen und hast da irgend so nen Namen bekommen. Ja, ja die Erinnerung ist schon schön, aber zurück haben möchte ich die Zeit trotzdem nicht so wie sie war, weil es auch genug Negatives gab. Was wir als Kinder nur nicht mitbekommen haben. ich wünsche euch noch viel Spaß beim erinnern, ja es ist schön

damals Pionier in Prenzlau, Bezirk Potsdam - heute Prenzlau, Brandenburg


102) Marcel (25) schrieb am 18.5.2003


Erst mal an Lob an den Macher der Seite. Die Kindheit in der DDR war natürlich auch für mich ein Super Erlebnis (viel Spaß mit Kumpels- welchen wir jetzt noch haben usw.). Damals war ich sehr gut in Sport und habe mich in der AG Fußball und Leichtathletik (BSG Wismut Ronneburg) sehr engagiert. Nach dem Leichtathletik Training saßen wir oft zusammen und haben uns Spiegeleiner gebraten, des weiteren war der Verpflegungsbeutel bei größeren Wettkämpfen immer Prall gefüllt. Natürlich war ich auch stolz, als mir der Rote Stern (für gute Sportliche Leistungen) verliehen wurde. Weitere Höhepunkte waren für mich die Jährlichen Schulmeisterschaften, Gedenkläufe u.a. Solche Erfolge und Erinnerungen prägen einen für die Zukunft. Gruß von Marcel G., POS Arthur Becker, Großenstein

damals Pionier / FDJler in Korbußen, Bezirk Gera - heute Korbußen, Thüringen


103) Sven (33) schrieb am 20.5.2003


Es war schon eine eigene Welt in der wir da aufgewachsen sind. Unstrittig eine Welt, die bessere und schlechtere Seiten hatte. Ich selbst erinnere mich an meine Schulzeit bei den Pionieren (der FDJ) und wie ich einmal wöchentlich zur Christenlehre (Konfirmandenunterricht) ging. In der Schule mimte ich den Agitator und am Nachmittag war ich Staatsfeind(?) - ein System, das viele Schubladen kannte... Ich bin froh, daß man die schlechteren Dinge vergißt und die besseren Tage in Erinnerung behält. Und speziell zum Thema Pioniere fällt mir ein... Als ich Jungpionier wurde und wir unsere Mitgliedskarten bekamen, das war ganz feierlich in der Schulaula. Jeder wurde aufgerufen und kam zur Bühne. Und es gab Kuchen und Pionierkaffee. Wißt Ihr noch?

damals Pionier / FDJler in Markranstädt, Bezirk Leipzig - heute Köln, NRW


104) Kerstin (26) schrieb am 21.5.2003


An meine Verleihung des blauen Halstuches kann ich mich noch lebhaft erinnern. An einem Mittwochnachmittag (Pioniernachmittage waren stets am Mittwoch), im Pionierhaus am Denkmal der "ewigen Flamme", feierliche Übergabe mit Ständchen eines Thälmannpioniers. Für die Aufnahme zum Thälmannpionier sind wir extra aus unserem Städtchen nach Neubrandenburg gefahren, in die Bezirksstadt.

damals Pionier in Torgelow, Bezirk Neubrandenburg - heute Torgelow, Mecklenburg-Vorpommern


105) Grit (32) schrieb am 22.5.2003


Ich war GOL-Mitglied und habe mich ständig formuliert. Ich war damals kritisch und bin es heute noch. Als ich mit meiner Freundin Rajiv Gandhi geschrieben habe, war der Teufel los. Die Schule wurde berühmt und meine Mutter hätte fast ihren Job verloren, Grenzorgane. Die Kinder dachten mit 10-12 Jahren noch nicht an Alkohol und Drogen, sie waren geborgener in ihrer Welt. Heutzutage gibt es in dem Alter schon Kriminalität und Alkoholprobleme- wo sind wir nur hingeraten. Wir wollten den Bürokratismus abschaffen: Ich hatte früher 2 Ordner, heutzutage würde ich nicht mal auf die Idee kommen, diese zu zählen. Ob unsere Reform gut war...

damals Pionier / FDJler in Bad Schandau, Bezirk Dresden - heute Höckendorf, Sachsen


106) Anette (44) schrieb am 23.5.2003


Meine Kindheit in der DDR war kein Horror. Damals war die sozialistische Welt noch neu und wir sind da hineingewachsen. An die Pioniere kann ich mich nur noch erinnern, daß es Pioniernachmittage gab, da wurde gebastelt oder vor Weihnachten Plätzchen gebacken. Wir hatten dabei kein Halstuch um. Ein Mal war ich im Pionierlager, da war ich ganz stolz, mein blaues Halstuch mit einem sowjetischen Jungen gegen ein rotes getauscht zu haben. Beim Appell durfte ich dann nur hinten stehen, das habe ich nicht verstanden. FDJ-Arbeit ist mir auch weitestgehend unbekannt. Meine FDJ-Bluse (wir hatte zu dritt nur eine) habe ich nur ein einziges Mal getragen. Auch später in der Lehre hat sich keiner für die FDJ interessiert. Aber in der DDR aufgewachsen zu sein, sehe ich heute als Bereicherung. Das Leben war nicht immer bequem und leicht. Man konnte sehr viel fürs Leben lernen, denn mein Weg ging nicht immer nur geradeaus. Alles hat seine Zeit, auch die Zeit der DDR hatte seine Grenzen, das war schon Jahre vorher zu erkennen, aber von oben versucht zu vertuschen. Jeder, der nicht blind war, sah das. Heute bin ich froh, daß ich die Möglichkeit habe mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, das denken zu können, was ich will und auch das zu tun, was ich will. Nur in der Vergangenheit zu leben bringt nicht voran. Wir leben schließlich schon im 21. Jh. Das Leben darf nicht stagnieren. Auch der Wohlstand des "Westens" kann nicht weiter bleiben. Die Welt verändert sich und der Mensch muß sich doch anpassen, ob er will oder nicht?

damals Pionier / FDJler in Frankfurt (Oder), Bezirk Frankfurt - heute Berlin


107) Manuela (34) schrieb am 25.5.2003


Schön, mal wieder in Erinnerungen zu schwelgen. Ich habe sowohl Pionier- als auch FDJ-Zeit erlebt. Kann mich natürlich an vieles erinnern, z.B. hat unsere Schule jährlich eine eigene Schul-Messe veranstaltet, wo alle Schüler der Schule eigene Exponate ausgestellt haben und man überrascht war, was doch in vielen für Talente schlummerten. Es gab ein Messecafe, was von den Schülern geleitet wurde, mit selbst geschmierten Brötchen, Kakao und Limo... die Erträge kamen in die Klassenkasse. Schön fand ich auch die Ferienspiele, die bei uns im Freibad stattfanden, mit Sportwettkämpfen, Bastelnachmittagen, Neptunfest und vielem mehr, es war klasse. Zur FDJ-Aufnahme sind wir extra nach Berlin gefahren, waren dort im Treptow-Park, da war doch dieses Denkmal und dort haben wir, soweit ich mich erinnern kann, das FDJ-Abzeichen und die Ausweise bekommen. Natürlich war das nichts gegen die tollen Tage in Berlin, wo wir in einer Schule auf solchen Campingliegen übernachteten :-). Oder erinnert ihr Euch an die obligatorische Wandzeitung? Das wurde doch richtig ernst genommen, oder? Das brachte eine Freundin und mich damals auf die Idee, in unserem Wohnhaus auch eine Wandzeitung zu machen, das war der Hit, da war natürlich nichts politisches zu lesen, mehr so unterhaltsames von/über die Hausgemeinschaft. Ach ja, man könnte ewig weiterschwelgen...

damals Pionier / FDJler in Grüna, Bezirk Karl-Marx-Stadt - heute Chemnitz, Sachsen


108) Jürgen (46) schrieb am 25.5.2003


Hallo, damals war's - ich sollte Thälmannpionier werden das heißt ich sollte... Wir waren zwei aus der Klasse die es nicht wurden; als Strafe wegen schulischer Leistungen und noch etwas ich habe mich schon ein bißchen geärgert. Aber wie sage ich es meinem Vater? Der war in der Partei und stand eigentlich zu der DDR. Der faßte es ziemlich "cool" auf und meinte nur es gibt wichtigeres im Leben als Pionier sein. Ein Jahr später wurde ich dann doch Thälmannpionier allerdings ohne Feierstunde und das Tuch bekam ich zwischen Tür und Angel überreicht. Den Halstuchknoten konnte ich nie. Seid bereit Immer bereit

damals Pionier / FDJler in Halle, Bezirk Halle - heute Halle, Sachsen Anhalt


109) Daniela (35) schrieb am 2.6.2003


Hallo Dirk, ich finde es total interessant, in DDR-Erinnerungen zu graben. Wir, mein Mann Michael & ich, unterhalten uns öfters über unsere Erlebnisse von damals. Wir sind beide in der DDR groß geworden. Mein Mann stammt aus dem Erzgebirge und ich aus Dresden. Das Kuriose bei uns beiden ist, daß wir die DDR völlig unterschiedlich erlebt haben: In Dresden hatten wir "DDR pur" mit allem, was man auch auf Deine Homepage nachlesen kann. Mein Mann dagegen hat von der DDR nicht allzu viel mitbekommen ;-) In seiner Region wurden Pionierkleidung tragen, Fahnenappelle, Pioniernachmittage und Agitationsstunden veranstalten und "sozialistischer Wettbewerb" aller Art gar nicht so Ernst genommen. Interessant finde ich immer wieder an unseren Gesprächen, daß wir uns das, was wir als positiv in der DDR erlebt haben in guter Erinnerung bewahren und uns darüber freuen, daß wir das Negative von damals heute nicht mehr erleben. Inzwischen sind wir seit 2 Jahren in der Nähe von Karlsruhe zu Hause. Und zu Hause sind wir hier tatsächlich. Wir haben sehr schnell gute Freunde in unserer neuen Umgebung gefunden. Und oft ergibt es sich so, daß wir uns mit den Leuten "von hier" über unsere Zeit "von damals" unterhalten. Ja, und in letzter Zeit lernen wir immer mehr ehem. DDR-Bürger kennen, die es ebenfalls beruflich auf die andere Seite Deutschlands verschlagen hat. Und da ergibt es sich schon ganz von selbst, daß wir Erinnerungen austauschen und dabei jede Menge Spaß haben :-) In diesem Sinne: Viele liebe Grüße Daniela & Michael mit Sohn Lukas (3 Jahre alt)

damals Pionier / FDJler in Dresden, Bezirk Dresden - heute bei Karlsruhe, Baden-Württemberg


110) Katrin (29) schrieb am 3.6.2003


So schlecht wie viele sagen und meinen ging es uns doch wirklich nicht. Gut, wir kannten es auch nicht anders aber ich habe viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit. In der Schule habe ich immer versucht mich vor politischen Äußerungen zu drücken und um das Karl-Marx-Abzeichen zu bekommen habe ich mich richtig schwer getan - aber dann doch noch geschafft (dank der Hilfe meiner Lehrerin). Mein Vater ist schon zu DDR-Zeiten in die CDU eingetreten, nur damit er nicht in die SED gehen mußte. Es gibt nicht nur schlechte Erinnerungen...

damals Pionier / FDJler in Döbeln, Bezirk Leipzig - heute Holzkirchen, Bayern


111) Katrin (25) schrieb am 8.7.2003


Ich bin ein Kind der DDR. Voller stolz zog ich zum 1. Mai mit selbstgebastelten Fähnchen und Blumen durch die Straßen. Ich liebte die DDR Kinderlieder und die Lieder von G. Schöne. Meine Mutti war Pionierleiterin. Ich war also immer mitten drin. Pioniernachmittage, Pionierferienlager, Veranstaltungen usw. ich fand das toll. Oft werde ich heute gefragt, wie schlimm ich damals betroffen war. Meine Antworten darauf schockieren sie meist, wenn ich anfange zu schwärmen. Ich liebte die DDR 11 Jahre meines Lebens, bis man sie mir nahm ohne Antwort auf meine Fragen. Heute arbeite ich auf und versuche selbst Antworten zu finden. Darüber werde ich in meiner HP schreiben. Bis heute höre ich die alten Lieder gern, erzähle von den schönen Erlebnissen und Empfindungen. Schlechte Erlebnisse hatte ich nicht, dafür war ich noch zu klein, dafür war ich zu überzeugt. Es fehlten mir nicht die Bananen, die hatten wir, ich hatte warmes Wasser ein tolles Kinderzimmer, Spielzeug, Bücher, Bildung usw. ich hatte alles und Freiheit? Tja, Freiheit! Die habe ich bis heute nicht mehr und nicht weniger. Siehe Ämter, siehe Vorschriften, Bestimmungen, Abgaben usw. Meinungsfreiheit? Hab die mal auf der Arbeit! Deine eigene Meinung! Geht es Dir dabei besser als früher? Ich lebe heute und jetzt in dieser Zeit, was wäre wenn... kann man nicht sagen. Was wäre besser somit auch nicht. Aber Erinnerungen die bewahrt man sich fürs Leben! Ich bin sehr kritisch geworden aber ich denke, ein Stück Liebe bleibt!

damals Pionier in Erfurt, Bezirk Erfurt - heute Hamburg


112) Bärberl (41) schrieb am 11.7.2003


Ich erinnere mich gern an damals, es gab zum Beispiel jedes Jahr sogenannte Manöver (z.B. hieß eines "Manöver Schneeflocke") in der Schule, wir haben Hütten dabei im Wald gebaut und gleichzeitig war es unser Sportfest, mit Essen aus der Gulaschkanone - es war toll, alle hielten zusammen und kämpften miteinander. Und im Sommer, die Ferienlager 3 Wochen für 12,- Mark es war schon toll, aber es gibt auch jetzt schöne Dinge.

damals Pionier / FDJler in Leipzig, Bezirk Leipzig - heute Essen, NRW


113) Björn (28) schrieb am 16.7.2003


Wie auch viele andere hier finde ich auch, daß nicht alles schlecht war. Wenn ich heute nach Rügen fahre und sehe, was aus der Gegend wird, in der ich aufgewachsen bin.... Ist schon ganz schön traurig manches Mal. Als guter Pionier war ich auch bei den "Jungen Naturforschern". Aber viele Orte, an denen wir damals "die Natur erforschten", gibt's heute nur noch Golfplätze, Ferienanlagen und so. Habe übrigens auf Deiner Seite von Dingen gelesen, an die ich schon nicht mehr dachte. Einiges hat mich echt berührt. Dank Mann! In diesem Sinne: Freundschaft!

damals Pionier / FDJler in Willihof Kreis Rügen, Bezirk Rostock - heute Gladbeck, NRW


114) Susann (23) schrieb am 18.7.2003


War eigentlich alles ganz in Ordnung, am besten erinnere ich mich noch an den Fahnenappell zu jedem Schuljahresanfang, bzw. -ende. War alles irgendwie friedlicher wie heute manchmal. Susi

damals Pionier in Freiberg, Bezirk Karl-Marx-Stadt - heute Freiberg, Sachsen


115) Steffen (26) schrieb am 29.7.2003


War ne super Zeit. Ich kann mich wirklich nicht beschweren. Die AG's im Pionierhaus, die Altstoffsammlungen und viele weitere Veranstaltungen. Diese waren zwar politisch angehaucht, in unserem Alter hat das aber keiner so richtig begriffen und registriert. Viele Sachen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft und das Miteinander wären Tugenden auch für diese Zeit.

damals Pionier in Marienberg, Bezirk Karl-Marx-Stadt - heute Marienberg, Sachsen


116) Ilka (26) schrieb am 6.8.2003


Hallo! Zunächst mal ein ganz dickes Lob für Deine Seite! Man kann so schön in Erinnerungen schwelgen... vieles hatte ich fast vergessen. Ich erinnere mich gern an meine DDR-Zeit und bin froh noch ein Stück dieser "alten Erziehung" genossen zu haben. Damals wurde den Kindern noch Respekt vor den Älteren vermittelt. Heute sehe ich bei den Kindern oft "große Klappe - nichts dahinter" und das geht manchmal schon im Kindergarten los. Ich erinnere mich, wie mein damaliges Weltbild vollends ins Wanken geriet, als mir, die kurz vorm Abi stand, ein 10jähriger Rotzlöffel den Stinkefinger zeigte. Soviel zum Thema Respekt. An meine DDR-Schulzeit habe ich jedoch fast ausnahmslos gute Erinnerungen. Auf mein blaues Halstuch war ich genauso stolz wie auf mein rotes. Ich war im Schulchor, in der Arbeitsgemeinschaft Zeichnen und lernte ein bißchen Gitarre nebenbei. Keiner wurde hängen gelassen, mit schlechteren Schülern wurde bis zum Umfallen gepaukt - wer macht das heute schon noch? Bummi, Frösi, Atze und Trommel waren feste Bestandteile meiner Kindheit .Das einzig Unangenehme waren eigentlich die Fahnenappelle (entweder frierend oder in brütender Hitze) und die Lehrerbesuche zu Hause, wenn man unverhofft beim "Westfernsehen" erwischt wurde, was bei uns auf dem Lande aber weniger tragisch war - glaube ich. Als ich in die 8. Klasse kam, war die DDR schon Geschichte. Vieles ist damals an mir vorbei gegangen, jetzt bin ich am Nachforschen; Hab auch nicht verstanden, warum meine Eltern stundenlang im Fernsehen anschauten, wie die Mauer fiel... - "jetzt können wir reisen"... - wohin denn? Ich muß sagen, ich habe nichts vermißt. Was ich jedoch jetzt vermisse, sind viele der Figuren und Kinderbücher mit denen ich groß geworden bin und ich bedauere, daß meine Tochter sehr wenig davon mitbekommt.... angefangen beim Märchenland und Pittiplatsch, Meister Nadelöhr, Puppendoktor Pille, Jan & Tini... usw. Zusammenfassend kann ich sagen, vieles ist für mich besser geworden, für meine Eltern war jedoch das meiste zu spät, weil sie einfach mit der Schnellebigkeit der "neuen" Zeit nicht klar kommen. Inzwischen habe ich auch schon ein paar Ecken von Deutschland erkundet, wo man früher eben nicht hin fahren durfte, hab dort auch meinen Traumprinzen gefunden... Unterschiede zwischen Ost und West merkt man kaum noch und das ist auch gut so, finde ich - obwohl ich immer stolz darauf sein werde, wo ich herkomme. In diesem Sinne - SEID BEREIT! Eure Ilka

damals Pionier in Wittenberg, Bezirk Halle - heute Leipzig, Sachsen


117) Corinna (25) schrieb am 14.8.2003


Hallo Dirk, ich habe einen Link auf deine Homepage von einem lieben Arbeitskollegen (Wessi) bekommen, der mich immer mit dem "Pionier des Monats" frotzelt. Ich find das witzig, wie die "Wessis" auf uns Ossis reagieren. Vielen Denken ja, es gab nichts bei uns und man müßte unglücklich gewesen sein, so "eingesperrt". Aber ich muß sagen, so war es überhaupt nicht. An die Pionierzeit erinnere ich mich gern zurück. Ich war 11 als die Wende war und habe mich geärgert, daß ich nicht FDJler werden konnte. Aber ich war stolzer Jung- & Thälmannpionier. Ferienlager, Fahnenappells, Altstoffsammlungen, Pionierzeitungen (ich war Agitator - gibt es das Wort heute überhaupt noch?) - es war alles toll und ich habe viele gute Erinnerungen. Nur leider habe ich meinen Pionierausweis nicht mehr. Das Finde ich echt bedauerlich, denn so etwas gibt es heute ja nicht wirklich mehr. Und Solidarität, Respekt ..., all das was wir Pioniere hatten suche ich auch des öfteren bei der heutigen Jugend oder den Kids. Ich sag immer, eine solche Organisation, wie wir sie kennen lernen durften, würde heute bestimmt nichts schaden. Was gab es noch? Pittiplatsch (ist mein Spitzname - kannste glauben!), Schnattschen, Moppi... alles liebenswerte Figuren, die einem irgendwie fehlen. Mein Freund sagt immer Pittiplatsch wären 2 Oliven auf Beinen. Aber er ist halt ein Wessi und versteht das alles nicht so. Aber Spreewälder gurken und Bautzener Senf ist er trotzdem gern. Ich bin froh, daß ich diese Zeit mit erleben durfte, fühle mich jetzt aber auch wohl, auch wen es mich in den Westen verschlagen hat, denn ich bin immer noch ein Ossi.

damals Pionier in Berlin, Hauptstadt der DDR - heute Thaleischweiler-Fröschen, Rheinland-Pfalz


118) Heiko (26) schrieb am 23.8.2003


Wer erinnert sich nicht an die Fahnenappelle?! Die Auszeichnungsurkunden "Für gutes Lernen in der sozialistischen Schule", Patenbrigaden, Pioniernachmittage, Arbeitsgemeinschaften und Timurhilfe, Jugendspartakiade ;-) Zurückblickend war's doch ne tolle Zeit, wobei ich wegen der vielen Westverwandtschaft doch das eine oder andere mehr hatte wie meine Klassenkameraden. Wir waren aber Kinder und als solches (sprich Kindheitserlebnisse) sollte so was behandelt werden. Behalten wir es in Erinnerung, ob gut oder schlecht ist jedem selbst überlassen...

damals Pionier in Apolda, Bezirk Erfurt - heute Fürth, Bayern


119) Edgar (30) schrieb am 26.8.2003


Bis zu meinem dreizehnten Lebensjahr lebte ich in der DDR; mühte mich mit dem Knoten meines Pionierhalstuches ab, beklebte meine blaue Butterbrotkapsel mit Abziehbildern, sang vor versammelter Schule "Unsre Heimat", freute mich jedes Jahr auf die zweiwöchigen Radtouren durch Thüringen in den Sommerferien, sang wieder am Lagerfeuer, diesmal "Ankara", jagte Glühwürmer bei Nachtwanderungen, freute mich weniger aufs Kartoffelnlesen, baute Hängematten aus bunten LPG-Plastefäden, kurzum fühlte mich einfach wie "Kaule".......im Westen gab's dann Marsriegel, und nach längerem quengeln das Lacoste-Hemd, schwänzte die Schule und bekam meinen Stimmbruch, war nicht tragisch, denn zum singen gab es eh nichts mehr......

damals Pionier / FDJler in Zeitz, Bezirk Halle - heute Rom / Italien


120) Tobias (23) schrieb am 26.8.2003


Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich im Dez. 1986 Jungpionier wurde, sowie an die Pioniernachmittage, an fast jedem Donnerstag. Im Grunde war es eine schöne Zeit, die einem niemand mehr nehmen kann.

damals Pionier in Erfurt, Bezirk Erfurt - heute Neckargemünd, Baden-Württemberg


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