161) Frank (44) schrieb am 19.4.2004
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Mit den Augen eines Kindes war diese Zeit schön, sehr schön. Man war nicht allein, immer im Kollektiv eingebunden und es machte Spaß sich zu engagieren. In der FDJ-Zeit fing dann aber das Fragen an und auch das in Frage stellen, nun konnte man schon mal anecken, es war nicht mehr ganz so einfach. Aber auch das hatte seinen Reiz. Freunde waren immer da, man fühlte sich sozial sicher und brauchte sich um den morgigen Tag nicht sorgen. So sah ich es aus dem Blick Winkel der Kinder und Jugendzeit, welche ich nicht missen möchte. |
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damals Pionier / FDJler in Halle, Bezirk Halle - heute Halle, Sachsen-Anhalt
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162) Manja (25) schrieb am 27.4.2004
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Ich erinnere mich an Fahnenappelle, die ich mochte, weil alle schön eng zusammenstanden. Das "Freundschaft" der FDJler wollte ich auch immer sagen, es klang so erwachsen. Und sie versuchten es immer besonders laut und dunkel zu sagen, so daß wir regelmäßig kichern mußten. An Pioniernachmittagen nahm ich kaum teil, junge Trainer holten mich in der 1. Klasse zum Schwimmen, das Training wurde von 2x auf 3x auf 5x hochgesetzt. Ich war ein wenig traurig, wäre ich doch gerne im Hort gewesen, doch wußte ich eigentlich nicht, was ich wirklich verpaßte. Ich erinnere mich an gut organisierte Trainingslager, Wettkämpfe, Technik-, Trocken-, Koordinationstrainings. Ich gehörte nicht wirklich in die Klasse, wurde aber sehr respektiert und gemocht. Ich konnte mit meinen Klassenkameraden nur wenig gemeinsame Erfahrungen teilen. Ich war ehrgeizig und schwamm mich Sekunde um Sekunde hoch. Nach 4 Jahren wurden die Talente gesichtet und ich flog raus - zu klein und zu dick. Ich war fassungslos, habe nur geheult, nichts verstanden. Ich teilte mit meiner härtesten Konkurrentin die ersten beiden Plätze unserer internen Gruppenwertung. Sie blieb, ich ging. Meine Eltern hätten irgendwelche Vitaminpräparate abgelehnt und die 5 Geschwister meines Großvaters würden im Westen leben, sind heutige Erklärungen meiner Eltern. Ich weiß es nicht. Es wurde mir nie gesagt. |
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damals Pionier in Berlin-Pankow, Hauptstadt der DDR - heute Hannover, Niedersachsen
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163) Nora (30) schrieb am 28.4.2004
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Wo anfangen? Wo aufhören? Da gäbe es so viel zu erzählen.... Was war man stolz, dieses blaue Tuch umgehalst zu bekommen ... dann das Rote... und endlich beim wöchentlichen Appell "FREUNDSCHAFT!!!!"... und die Jungs haben ihre Stimmen ganz tief und rauchig klingen lassen ... weil's ja sooooo erwachsen war ... Wie auch immer- wir waren mal gut aufgehoben. Auf alle Fragen bekam man Antwort, war zwar nicht immer unbedingt eine gute, aber immerhin. Wir hatten ne ganze Menge Fun, obwohl ich an einige Sachen (Wehrerziehung) mit Grausen denke, heute - damals war es irgendwie das Normalste, was es gab. Ich würde mein Leben heute niemals mehr tauschen wollen mit dem Damaligen, und ich glaube auch, wenn ich in der DDR mein exzentrisches Erwachsenendasein versucht hätte zu leben, wäre das sicher ,sicher nicht gut gegangen. Erinnerungen kommen beim Schreiben, z.B. daß ich einmal im Stabü - Unterricht mich weigerte, eine Leistungskontrolle zu schreiben, weil ich den SINN der Fragen nicht begriff... ich war 15. Meine Oma erzählte mir paar Tage vorher unter Tränen, daß meine Tante (ihre Tochter) wegginge und nicht mehr würde wiederkommen können... ich begriff nicht... sie hatte die Ausreise bewilligt bekommen. So war das.... Und ich sehe mich träumend vor Karten, die mir eine Freundin aus Spanien geschickt hatte..... so typisch Urlaubskarte halt... " Mama, ich will dahin!“ Das geht nicht Süße!"... "Warum nicht???! Warum nicht ?? warum?? Ich hab doch nix Böses gemacht, daß man mich nicht dahin läßt, wo ich hin will. ich komm doch wieder hierher!! Hab Euch doch lieb!! Mein Zuhause ist hier! Aber ich will doch...sehen, erleben" ich hatte ein Wahnsinns - Fernweh. Und je mehr man mir sagte, es ginge nicht, um so größer wurde es. Nach der Wende verreiste ich und ...kam immer wieder zurück. Heute lebe ich in Dresden, arbeite an und in sozialen Brennpunkten, habe einen wunderbaren Mann und einen wunderbaren Sohn und möchte nix, abba auch gar nix missen. :o) Eine Frage wäre noch: der Samstag-Unterricht... bis zu welchem Jahr ging der?? 1988?? oder konnten wir schon früher das Ganze Wo-ende freimachen?? Das weiß ich nicht mehr und hab paar kleine Diskussionen im Freundeskreis. Liebe Grüße die Nora |
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damals Pionier / FDJler in Bischofswerda, Bezirk Dresden - heute Dresden, Sachsen
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164) Udo (24) schrieb am 2.5.2004
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Ein teil meines Lebens , war nun mal meine Kindheit den Einfluß wo ich geboren worden bin konnte ich nicht beeinflussen , aber bereuen werde ich sie auch nicht und als ich dann erwachsen wurde hatte ich die Möglichkeit abzuhauen, weil meine Oma im westen 75 wurde, aber ich wollte ein besseren Staat in meinen eigenen land und ich versuchte meinen teil dazu beizutragen - was heute noch viel nötiger ist und ich mache auch weiter. Damals mit einer Mappe geschrieben heute im Internet:
Feststellung von Udo Awe 1982
Keiner meiner Gedanken kann vor meinem Gewissen fliehen, unerfüllte Träume, die wie Vögel vorüberziehen und mein Horizont voller Luftschlösser. Leider nur auf Sand gebaut nun bröckelt die schillernde Fassade, der man hatte sonst vertraut. Bieder grinst der schmutzige Hinterhof. Phantasie, Du bist mir ja so gnädig nur das Gewissen behauptet, Du bist doof. Das Gewissen nagt an meiner Seele. Widersprüche und Kompromisse geben sich ein Stelldichein. Sie spalten geschickt meine Zunge und stampfen meine Meinung klein. Gegenwart Du scheinst mir allmächtig, machst mich als einzelnen Menschen zu klein. Das ich nur noch meine Meinung denke, raubst mir die Kraft, die ich brauche zum Schreien. In mir brodelt mein ganzes Wissen, die Gleichgültigkeit bietet sich wie eine Hure an, daß der Wohlstandsrausch, Lust und Gier die Überhand gewinnen kann. Vorurteile zeigen mir vorwurfsvoll meine Masken, mauern mich meiner Meinung ein. x (gekürzt) |
Anmerkung:
Mehr zu den Gedanken von Udo findet Ihr auf seiner Internetseite: www.denkx.de |
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damals Pionier / FDJler in Berlin, Hauptstadt der DDR - heute Berlin
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165) Berndt (54) schrieb am 11.5.2004
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Es ist interessant, wie verschieden doch der Mensch seine Kindheit, Schulzeit und das spätere Leben verarbeitet. Ich bin 1956 in der Grundschule eingeschult worden, in der noch drei Klassen in einem Raum saßen und lernten. Das Halstuch der Pioniere trugen wir fast alle. In der 3. Klasse wurde ich dann in den Nachbarort Etzdof versetzt. Hier lief eine gut organisierte Freizeitgestaltung ab. Ich widmete meine Leistungen dem Sport. Das blaue und später das rote Halstuch spielten hier kaum eine Rolle. Nur zu politischen Feiertagen oder großen Schulveranstaltungen wurde die weiße Bluse mit dem Halstuch getragen. Später in der FDJ war es ähnlich. Ich muß heute sagen, daß das Tragen dieser Kleidung und der Symbole doch einen gewissen Stolz entfachte und auch Ehrgeiz entwickelte unter den Besten zu sein. Durch meine überdurchschnittlichen Leistungen im Sport, ich war Leichtathlet (Sprint, Weitsprung, Kugel, später Speer und Diskus) habe ich einen gewissen Ordnungs- und Disziplinierungsprozeß an mir selbst durchgemacht. Als dann die Schule Tagesschule wurde, das ist also keine Erfindung der jetzigen Schulpolitik, war der Zusammenhalt und die gemeinsam verlebte Zeit an der Schule einfach ein Bedürfnis. Lernen und Leistungen wurden viel härter eingeschätzt und das hat mir in meinem ganzen Leben geholfen. Gemeinsam löst man nun einmal viele Sachen besser. Computer, Handy, Skater u.ä. gab es nicht und lenkten uns nicht vom eigentlichen Ziel, im Leben zu bestehen ab. Zugegeben war die Politisierung des Lebens durch die SED über FDJ und auch Pionierorganisation gegeben und aus heutiger Sicht leider prägend für eine gewisse Engstirnigkeit. Aber alles was ich in der Schule über Disziplin, Ordnung, Kameradschaft und Hilfe gelernt habe, kann ich heute noch umsetzen, finde leider aber nur wenig guten Nährboden. Zur Vollständigkeit möchte ich noch hinzufügen, daß ich nach dem Abschluß der 10. Klasse eine Berufsausbildung mit Abitur absolviert habe, dann ein vierjähriges Studium als Schiffmaschinenoffizier absolvierte und schließlich weitere 17 Jahre als Offizier bei den Schnellbooten der Volksmarine verbrachte. Bin seit 31 Jahren verheiratet, habe zwei Kinder, die auch Pioniere und FDJler waren. Die Geschichte lehrt uns immer wieder was gut und nicht gut ist, aber in der Gegenwart kann uns das keiner im Voraus sagen. Jeder sollte sein Leben leben, es wird ihm nur einmal gegeben..... |
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damals Pionier / FDJler in Grunau, Bezirk Leipzig - heute Dranske, Mecklenburg-Vorpommern
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166) Ralf (41) schrieb am 13.5.2004
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Ach ja! Theaterfahrten im alten Ikarus-Bus nach Brandenburg. Die letzte Sitzreihe war hinter der Hinterachse und es machte Spaß gerade dort mitzufahren. Da hatte jemand Brausepulver dabei. Ein Häufchen auf der Hand - mit der Zunge "aufgeschleckt". Wir hatten ein großes Schulgelände um die neu gebaute POS "Ernst Thälmann". Ich weiß jetzt nicht, wie es hieß, aber alle Klassen hatten einen Bereich ein- oder zweimal im Jahr sauberzumachen. ... und die Absolventen der 10. Klasse haben eine "gute Spur" hinterlassen. Ein Arbeitseinsatz - nicht aber der sogenannte "Subotnik" - zur Werterhaltung des Schulgebäudes / Außengeländes. Ich hab' noch fast ALLE Schulbücher von der 1. bis zur 10. und wohl fast alle Schreibhefte und Hefter. .... Jugendtourist .... Freundschaftszüge .... zur Friedensfahrt an die Straße stellen ... beim Heimweg nach der Schule den vorbeifahrenden Sowjetsoldaten zuwinken ... Abzeichen mit Ihnen austauschen ... Reihenuntersuchung ... Schutzimpfungen ... ein trister Schulinnenhof mit immer wieder erfolglosen Versuchen zur Verschönerung ... Hitzefrei... "Für Frieden und S. -- Seid bereit! --- Immer bereit!" ;-) Ich schaue bestimmt wieder 'rein! |
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damals Pionier / FDJler in Genthin, Bezirk Magdeburg - heute Premslin, Brandenburg
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167) Detlef (50) schrieb am 20.5.2004
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Seid bereit! (Na, das Immer bereit war ja doch etwas kläglich - noch einmal bitte) Der Franzmann, der dies schreibt, war einmal gelernter DDR-Bürger und denkte mit wachsendem Alter (das muß das irgendwie damit zusammenhängen) immer öfter an seiner Kinder- und Jugendzeit. Wenn ich heute den Rückgang der finanziellen Mittel für Jugendarbeit auch bei mir zu Hause (das betrifft nicht nur Deutschland) sehe, so glaube ich, daß es trotz gewisser ideologischer Obstruktionen ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit gab in der Pionierorganisation, zumal zu meiner Zeit die politische Einflußnahme noch weit hinter den Freizeitaktivitäten zurücktrat. Wir haben damals beispielsweise einen Lehrgang zum Verkehrshelfer gemacht und das Leistungsabzeichen «Junger Sanitäter» abgelegt. In Anbetracht der heutigen verrückten Verkehrswelten war das eine sehr gute Sache. Denn schnelle und effektive erste Hilfe kann Leben erhalten ... Das Halstuch der Jungpioniere der Thälmannpioniere war noch blau und bis zum Übergang in die FDJ war jedenfalls bei uns keine Rede von einem roten Halstuch. Fast philatelistische Kunstwerke sind die diversen Sonder- und Solimarken im FDJ-Ausweis. Nachdem ich den Kinder- und Jugendorganisationen fast entwachsen war, kam auch die Zeit für mich, als sozialistische Lehrerpersönlichkeit die Angelegenheit von der anderen Seite des Klassenzimmers aus zu sehen. Wir haben zum Beispiel Ritterfestspiele mit einem Wettbewerb der Minnesänger veranstaltet, Karneval und das Weihnachtsfest gefeiert - alles unter dem organisatorischen Mantel der Pioniere und der FDJ. Weil sich bei solchen Dingen weder Thälmann noch Honecker wiederfanden, wurden solche Initiativen beargwöhnt. Der geistige Zwang ersetzte leider in den achtziger Jahren zunehmend das spielerische und schöpferische Moment. Das ist auch die Zeit, als ich zum Aussteiger wurde. Ein letztes Wort zu Larmoyenz und rückwärtsgewandten Betrachtungen: Menschen haben immer eine Vorgeschichte und eine Zukunft. Der heutige Tag ist das Resultat des gestrigen, wenn wir als zu wissen wünschen, was dieser will, sollten wir auch fragen, was der gestrige gewollt hat. Eine Weisheit von Heinrich Heine, der übrigens bezüglich der roten Farbe ganz unverdächtig ist. Geschichte ist auch immer eine Summe von vielen Einzelgeschichten. In diesem Sinne - weiter so und immer bereit! D. Scheibe |
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damals Pionier / FDJler in Gotha, Bezirk Erfurt - heute Wattrelos, France
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168) Michael (44) schrieb am 2.6.2004
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Ich war als Thälmannpionier 3 Wochen in einem Pionierlager bei Schwerin. Als unsere Gruppe mit Wachdienst dran war passierte etwas Lustiges. Es war kurz vor dem Mittagessen als ein sehr netter junger Mann mit Thüringer Dialekt nach der Leiterin fragte. Er merkte natürlich sofort daß wir nicht aus Schwerin sondern aus Thüringen waren und wir unterhielten uns sehr nett. Nach einer halben Stunde kam die Leiterin und war stock sauer. Dieser nette junge Man war nämlich vom Zentralrat der FDJ und war zu früh. Wir mußten unsere Unterhaltung abbrechen und er mußte noch mal durchs Dorf fahren und wurde dann mit Pionierliedern offiziell begrüßt. |
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damals Pionier / FDJler in Tiefenort, Bezirk Suhl - heute Thüringen
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169) Dirk (30) schrieb am 4.6.2004
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Es war im Prinzip eine sehr schöne zeit. und ich bin froh diese zeit durchlebt zu haben. wenn ich so man einmal alleine sitze dann denke ich schon zurück und erinnere mich an diese Pioniernachmittage, wo wir älteren Menschen geholfen haben, oder eine Altstoffsammlung durchgeführt haben. leider ist dies in der heutigen zeit nicht mehr möglich. Zusammenhalt kennt die heutige Jugend nicht mehr. Mit das schönste Erlebnis woran ich mich spontan erinnere ist eine Situation im Wehrlager. dort marschierten wir in Formation (Zugrahmen). da rief unser Zugführer (Unterleutnant) Fliegeralarm von links (wir waren auf einem Waldweg unterwegs. daraufhin suchte ich auch im linken teil des Waldes meine Stellung (was auch richtig war). laut aussage unseres Zugführers war ich trotzdem "Tod". Ich war nämlich ins Grenzgebiet gesprungen und somit vom eigenen Grenzsoldaten erschossen worden. irgendwie witzig die ganze Sache. :-) das Wehrlager fand in Arendsee statt. Übrigens eine sehr nette Internetseite mit vielen Erinnerungen. weiter so. |
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damals Pionier / FDJler in Salzwedel, Bezirk Magdeburg - heute Leer, Niedersachsen
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170) Kai (29) schrieb am 18.6.2004
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Es ist schon schade, daß es meine Heimat nicht mehr gibt. Ich hatte eine wunderbare Kindheit in der DDR und in wehmütigen Momenten träume ich mich wieder dahin zurück. ...in die Ferienlager mit ihren Diskos, wo auf der einen Seite schüchtern die Jungs, und auf der anderen Seite die Mädchen saßen. Ich erinnere mich auch an den grausigen Trunk beim Neptunfest. Aber auch an meine Schule, an die vielen Erlebnisse bei den Wandertagen. Der Zusammenhalt unter den Kindern war einmalig. In der heutigen Gesellschaft vermisse ich diese Geborgenheit und den sozialen Zusammenhalt. Was ein Wessi nicht begreift: Politik ging mir damals am...vorbei. Pioniersein gehörte einfach dazu, man war Kind und hat sich darüber nicht viel Gedanken gemacht. Man durfte halt Kind sein!!! Meine negativen Erinnerungen: PA und ESP Unterricht (totlangweilig), Fahnenappell (Bis auf den Ruf: "Freundschaft"), die Zahnärztin, welche mit ihrem Plastikgebiß in die Klasse kam, Essengeld, Turnschuhe, Wandzeitung gestalten und das Einkleben von Beitragsmarken. |
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damals Pionier / FDJler in Wittenberg, Bezirk Magdeburg - heute Wittenberg,
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171) Antje (33) schrieb am 20.6.2004
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Ich hatte in der DDR eine Kindheit, Elternhaus nicht so gut z.B. Vater trank und schlug im Suff. Bin in dei Kinderkrippe, Kindergarten und Pos bis zur 8.klasse gegangen. Meine Eltern waren beide Berufstätig. Das prägt mich heute noch das ich auch als Frau sehr selbständig bin eigenes Geld, Berufstätig und nur Hausfrau nein Danke, x Schule hatte ich gut Freizeitmöglichkeiten, sogenannte AGS gab es sehr viele. Auch Jugendclubs Zukunftsängste gab es nicht. War nicht in der FDJ hatte es dann schwerer. Auch war ich nicht in der Partei und FDGB auch nicht. Nach dem Mauerfall lernte ich jetzigen Mann kennen, er war Auslandschweizer .Lebte dann viele Jahre in Berlin Spandau. Vor 3 Jahren ist mein Mann in die Schweiz und ich bin mitgegangen. Fühle mich hier sehr wohl. Und die Schweizer sind mir gegenüber (DDR) sehr nett und ohne Vorbehalte. Nicht so in Deutschland z.B. da kommt der OSI. So was gibt es hier nicht. So das war's ein kurzer Bericht. Gruß Antje |
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damals Pionier / FDJler in Berlin, Hauptstadt der DDR - heute in der Schweiz
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172) Jessica (23) schrieb am 23.6.2004
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An die DDR habe ich leider nur noch bruchstückhafte Erinnerungen. An das Ferienlager kann ich mich noch gut erinnern, obwohl ich nur 2 mal da war. Es wurden viele Ausflüge unternommen, es wurde gezeltet und abends vor dem Lagerfeuer gemeinsam gesungen und gegessen. Morgens haben wir dann im eiskalten See gebadet weil wir alle aussahen wie Schornsteinfeger ; Ich kann mich noch an die Pioniersversammlungen im Schulhof erinnern, alle schick in Ihren Uniformen, ich mit meinem tollen blauen Halstuch. Der Unterricht in der DDR war wirklich ausgezeichnet. Von Gärtnerarbeiten bis Handwerkliches, Sprachen, viel Sport, malen... es war wirklich vom 1. Schuljahr an alles dabei, das hat es zu etwas besonderem gemacht. Ich glaub so eine tolle Kindheit wie es die Kinder in der damaligen DDR trotz allem hatten, gibt es jetzt nur noch selten. Dort war irgendwie alles auf Kinder eingerichtet, es wurde dafür gesorgt, das die Kinder rundum versorgt waren, deshalb ist es teilweise schade, das die DDR "untergegangen" ist. Meine Eltern sind damals mit uns ein halbes Jahr vor der Wende geflohen, es hieß wir fahren in Urlaub. Wir mußten monatelang in Flüchtlingslagern wohnen, von Altkleidersammlungen leben und ganz von vorne anfangen.... Kurz danach gab es schon keine DDR mehr, so schnell kann es gehen. |
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damals Pionier in Karow, bei Berlin - heute Hillesheim, Rheinland-Pfalz
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173) Jörg (55) schrieb am 13.7.2004
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Ein langersehnter Wunsch ging nach 40 Jahren endlich in Erfüllung!!! Ich besuchte in diesem Sommer mit meiner jetzigen Frau gemeinsam mit meinem Bruder und Frau das ehemalige Pionierferienlager des Mansfeldkombinat Wilhelm Pieck - in Ueckeritz auf Usedom. Mir war als hätte ich dieses Pionierferienlager erst kurz zuvor verlassen. So deutlich waren die Erinnerungen -- Lange habe ich diesen Augenblick herbeigewünscht - endlich einmal die Stätte einer wunderschönen Kinderzeit wiederzusehen. Und für diese schönen Zeiten --an die ich wirklich sehr gern zurückdenke, bin ich meinen Eltern wie auch meinem damaligen Staat die DDR zu dank verpflichtet. Ich hatte das Glück - in vielen solcher Kinderferienlager meine Schulferien zu verbringen - oftmals an der See - wie ZB in Göhren, Zinnowitz, Ueckeritz - dann Ferienlager im Harz oder im Erzgebirge. Meiner jetzigen Frau (eine Hessin) erzähle ich viel über meine glückliche Kindheit - für sie war das reine Utopie wie sie mir immer wieder bestätigte. Keinen Augenblick wurde ihr es ermöglicht in solchen Einrichtungen einmal die Schulferien verbringen zu können. Und es waren für mich immer unbeschwerte fröhliche 3 Wochen. Ich glaube das alles hat 10,- M gekostet wenn ich mich recht erinnern kann. Nicht vergessen dabei - die Ferienspiele--auch eine wunderschöne Zeit der Erholung - ich glaube 2,- M für 3 Wochen! Danke - vielen Dank nochmals! |
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damals Pionier / FDJler in Eisleben/Sangerhausen, Bezirk Halle - heute Hessen
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174) Melanie (27) schrieb am 21.7.2004
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Im September 1989 sind meine Eltern und ich über Ungarn in den Westen geflohen. Daher habe ich leider nur ganz wenige Andenken an die DDR, z.B. meine originalen Hörspielkassetten von Ottokar und Alfons Zitterbacke, mein Abzeichen für gute Arbeit in der Schule von 1989, meine Zeugnisse, ein paar DDR Gedenkmünzen und meinen roten SV-Ausweis. Meine Erinnerungen dagegen sind noch sehr lebendig. Als Kind hat man die DDR anders erlebt als die Erwachsenen, weil man ja gar nicht wußte was so richtig los war. Wie viele andere, die an dieser Stelle geantwortet haben, erinnere ich mich an meine Sommer im Ferienlager, an die vielen Lieder, an den Tafeldienst - wo man an unsere Schule eine Woche lang mit seinem Halstuch erscheinen mußte, an den Friedenstag, den Kindertag, unsere Patenbrigade, an unseren Gruppenrat - ich war für die Wandzeitung verantwortlich, und an den Tag an dem wir Thälmannpioniere wurden. Meine Mutter hatte im Heiko in Wernigerode gearbeitet und ich bin 1987, 1988 und 1989 mit ihrem Betrieb ins Ferienlager gefahren. Ich würde gerne wissen was aus meinen Freuden so geworden ist, meine eMailadresse ist mhguinan@yahoo.com. Vor einigen Wochen kam endlich der Film "Good-bye Lenin" hier in den Staaten in die Kinos, ich habe am Ende ganz schön geheult. Zur Zeit lese ich gerade das Buch "Zonenkinder", ich finde es gut daß man sich endlich mit unserer Vergangenheit auseinandersetzt. Ich komme mir oft verloren vor, im Osten bin ich ein Verräter wegen unserer Flucht, im Westen war ich immer der Ossi oder Zoni. Seit sechs Jahren wohne ich nun in den USA, wer bin ich eigentlich? Seit dem letzten Jahr sage ich Leuten, die mich fragen wo ich herkomme, das ich aus Ostdeutschland bin. Warum? Weil ich da meine ersten 12 Jahre gelebt habe und ich glaube, das mich das sehr stark geprägt hat. Ich finde diese Webseite echt prima - Melanie. |
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damals Pionier in Derenburg, Bezirk Magdeburg - heute Colorado, USA
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175) Steffen (42) schrieb am 2.8.2004
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Ich habe nur die besten Erinnerungen an meine Kindheit in der DDR. In den sechziger Jahren war mein Vater Alleinverdiener, in meiner Familie waren sechs minderjährige Kinder zu versorgen und somit konnten unsere Eltern nicht viel Neues kaufen. Aber trotz getragener Kleidung und altem Spielzeug möchte ich nicht mit der Kindheit der heutigen Jugend tauschen. Geborgenheit vom Elternhaus bis in die Schule machen meine Erinnerungen an die Kindheit in der DDR aus. Geld war in dieser Gesellschaft erstrebenswert aber nicht das alles Bestimmende. Auch Kinderreiche konnten ihren Kindern mit Hilfe des Staates einiges an Abwechslung bieten. Ich habe mich zum Beispiel jedes Jahr auf das Kinderferienlager gefreut. Vorher und nachher bin ich zu den Ferienspielen gegangen, die jede Schule veranstaltet hat. Zukunftsangst kannte ich nicht. Als Jugendlicher und Erwachsener haben mir dann einige Dinge nicht gefallen und das liegt meiner Meinung nach daran, daß politisch (Ende der sechziger Jahre)ein falscher Weg eingeschlagen wurde. |
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damals Pionier / FDJler in Eisleben, Bezirk Halle - heute Hettstedt, Sachsen-Anhalt
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176) Doreen (30) schrieb am 21.8.2004
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Trotz alledem hatten wir eine schöne Schulzeit und viel Beschäftigungen zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften, oder Pioniernachmittage oder wir sind Altstoffe sammeln gegangen und sind deshalb nicht auf dumme Gedanken gekommen wie die heutigen Kinder. Die sitzen auf der Straße und schwänzen die Schule. In diesen Sachen finde ich war die DDR gar nicht mal so schlecht. Meint ihr nicht auch? Viele Grüße aus Kolkwitz |
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damals Pionier / FDJler in Kolkwitz, Bezirk Cottbus - heute Kolkwitz, Brandenburg
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177) Linda (32) schrieb am 29.8.2004
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Hallöchen Dirk! Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen sich an die Zeit in der DDR zurückerinnern können, auch wenn sie, wie ich, nicht allzu viel mitbekommen haben. Manchmal kommen in meinen Gedanken bestimmte Fetzen meiner doch recht kurzen Kindheit in der DDR zum Vorschein, doch scheinen diese festgebrannt zu sein. Ich werde sie nicht mehr los. Es sind sehr gute Erinnerungen dabei, die mich oft nachdenklich stimmen. Und auch wenn ich nicht so "alt" war wie manch anderer, der Deine Seite besuchte, kann ich doch zugeben, daß ich mich an vieles erinnere. Z.B. kann ich mich an die Milchtüten erinnern, die es "nur" in einigen Geschmacksrichtungen gab: ich mochte immer Schoko am liebsten :). Die Form dieser Milchtüte wird mir immer in Erinnerung bleiben...war es ein Tetraeder? Da ich mich in Mathe nicht wirklich auskenne, dürfte es dennoch der richtige Ausdruck sein. Ganz stolz war ich als ich als Erstklässlerin einen Strauss Blumen an der Statue von Ernst Thälmann im FEZ (Berlin) niederlegen durfte. Soweit ich mich erinnern kann, waren jede Menge Leute dabei und haben unendlich viele Fotos geschossen. Die Pioniernachmittage sind mir auch noch in Erinnerung geblieben, ebenso meine Pionieruniform und vor allem mein blaues Halstuch. Meine Mutter hat immer schrecklich geflucht, weil ich diesen verfluchten Knoten nicht konnte. Ich weiß auch heute nicht, wie der funktioniert. Irgendwie wünscht man sich bestimmte Dinge zurück! Da ich in der DDR immer das Wort "Disziplin" vernommen habe, vermißte ich es in der zweiten Klasse im "Westen" ein wenig, denn davon war nichts zu merken. Einige Liedtexte kann ich immer noch wie aus dem "FF". Heutzutage kennt man z.B. kaum seine Nachbarn. Früher war das meiner Ansicht nach etwas anders. Da hat man seinem Nachbarn eine Bohrmaschine geliehen ohne ihn wirklich zu kennen. Wie gesagt gibt es einige Dinge, an die ich mich erinnern kann. Manche halten mich für verrückt, wenn ich aus lauter N(O)stalgie meine alten Zeugnisse herauskrame oder alte Briefmarken, oder auch altes Ostgeld.....aber man kann seine Jugend nicht einfach hinter sich lassen (grüne Trabbis, schlechte Straßen, Geschenke aus dem Westen, aufplatzende Plastikmilchtüten, Netzbeutel, Westfernsehen, unmögliche Farbkombinationen, Kampflieder, Jahresfeiern auf der "Straße der Befreiung", rollende Panzer und rote Nelken, Soldaten mit stolzem Schritt, das Sandmännchen, Knusperflocken, "Schlagerschokolade" und 5 Pf. Brötchen etc.) ....sie begleitet einen ein Leben lang und man möchte es mitunter auch kaum wahrhaben, aber sie hat einen geprägt! Also dann....nette Seite übrigens....weiter so! Immer wieder ein Vergnügen eine solche Site besuchen zu können. Bis bald! Linda |
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damals Pionier in Berlin (Lichtenberg), Hauptstadt der DDR - heute Paderborn, NRW
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178) Julia (32) schrieb am 7.9.2004
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Ich bin zu DDR-Zeiten mehr in Kirchenkreisen aufgewachsen und kann deshalb keine Ferienlager - Oder-Sonstige- (N)Ostalgie - Klagegesänge anstimmen. Meine Eltern sind beide Pastoren und waren als solche wohl privilegiert was Auslandsreisen anging, aber ansonsten waren wir irgendwie immer ANDERS. Meine Erinnerungen an das Aufwachsen in der DDR sind z.B. folgende: Ich war kein FDJ-Mitglied, hatte aber trotzdem als Kassiererin mein Amt in der Klasse zu erfüllen. Unsere Schule (6.POS) in Eisenach war daran gewöhnt, daß Pfarrerskinder - obwohl nicht staatlich verorganisiert - mit zum "Klassenverband" gehörten. Ich glaube, da hatten wir großes Glück, denn wir wurden nicht so extrem ausgegrenzt, wie an anderen Schulen. Bestimmten Veranstaltungen mußte ich fernbleiben, was mir aber nichts ausmachte. ich war stolz darauf, daß ich irgendeines dieser Abzeichen nicht bekam, weil ich das Schießen und F1-Werfen (handgranatenähnliches Wurfgeschoß) verweigerte. Zum Gelöbnis fuhr ich mit auf den Ettersberg bei Weimar. Mit 14 hing ich an einem Holzzaun 2 kleine selbstgemachte umweltpolitisch kritische Poster auf, die ganz schnell wieder abgenommen wurden. Bestimmt vom Abschnittsbevollmächtigen (ABV), zu dem wir immer freundlich sein mußten, obwohl wir ihn gar nicht kannten oder gar mochten. Ein bißchen Verbiegen blieb also auch uns nicht erspart, denn schließlich hatte der ABV mit darüber zu entscheiden, ob meine Eltern wieder in den Westen fahren durften oder nicht. Unser Telefon wurde abgehört mit dem üblichen Geknacke in der Leitung. Meine Eltern hatten deshalb auch Codes mit Verwandten vereinbart. Wir bekamen abgetragene Klamotten unserer Westverwandtschaft, aber ich war nicht besonders scharf auf Markenklamotten - sondern eher auf die Aufkleber und Poster aus der BRAVO. 1989: Ich sollte auf der EOS die Wandzeitungsgestaltung anleiten, war sogar in den "Zirkel schreibender Arbeiter" aufgenommen worden, aber da ich nicht in der FDJ war, hieß es von Seiten der Lehrer: "Deine Ideen nehmen wir gerne, aber Du mußt schon verstehen, daß Du nicht die Leitung übernehmen kannst." Ich habe die Mauer und das Nichtreisenkönnen als sehr beklemmend und beschneidend erlebt und hätte mit 18 auf jeden Fall einen Ausreiseantrag gestellt. Mein Eindruck ist, daß mein NICHT-DAZUGEHÖREN mit zu den mehrmaligen Ablehnungen auf den beiden DDR-Schauspielschulen führte. Oder wie ist sonst erklärbar, daß es nach der Wende prompt klappte? Vielleicht entdecke ich dazu mehr Infos, wenn ich meine Akte bei der Stasi anfrage. (Ich bin überzeugt, daß es eine gibt.) Geprägt hat mich auch, daß ich 1988 erst nicht zur EOS zugelassen werden sollte. Positiv allerdings, denn meine Eltern ließen sich das zum Glück nicht bieten und legten Widerspruch bei sämtlichen Behörden ein. So erfuhr ich, daß es sich lohnt, Hürden zu nehmen. Damals war der Weg: Rat der Stadt; Rat des Kreises; Rat des Bezirkes und der Mann, der uns dort empfing sagte plötzlich: Ich möchte, daß Ihre Tochter auf die EOS geht. Seltsam oder? "Das darfst Du aber nicht in der Schule erzählen." war auch ein Satz aus meiner Kindheit und bezog sich oft auf Witze. Ich habe sicher nicht in solchem Maße unter der DDR gelitten wie manch andere und gehöre auch nicht zu den Jammerern, die sagen, hach, wie ging es uns schlecht, aber die Nostalgie, die ich hier in einigen Beiträgen lesen muß, finde ich trotzdem sehr erschreckend. Julia |
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damals Pionier in Eisenach, Bezirk Erfurt - heute Berlin
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179) Achim (49) schrieb am 19.9.2004
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Ich habe (u.a.) 1972 an einem Freundschaftslager der FDJ / SDAJ in Halle teilgenommen. Die noch heute bestehende SDAJ war bis 1989 die westdeutsche Bruderorganisation. Es war eine schöne Zeit, wir konnten uns frei bewegen und unsere DDR etwas kennenlernen. Sie war der berechtigte Versuch, eine neue, bessere Gesellschaftsordnung aufzubauen. Es hat leider nicht ganz geklappt! Während des Aufenthaltes gingen wir auch außerhalb des Lagers in eine Gaststätte und bestellten uns ein einfaches Gericht und tranken ein paar Bier, oder besuchten Fabriken oder beteiligten uns (mehr symbolisch) am Aufbau von Halle-Neustadt oder nahmen an einer Saale Schiffstour teil. Ich könnte noch viel schwärmen, aber auch kritisieren. |
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damals in Köln - heute Köln
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180) Karina (23) schrieb am 16.10.2004
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Ich hab ja nun nicht wahnsinnig viele Erinnerungen- ich war ja erst 8 Jahre als die Mauer fiel. Ich kann mich aber immer noch gut an den Fahnenappell erinnern- da wurden Lob und Tadel vorgelesen. Auch ich durfte mal nach vor und melden: "Die Klasse 2 b ist zum Fahnenappell bereit:" Witzig war, als wir zum Haus der Pionier sind und wir endlich Jungpioniere wurden und keiner kannte die Gebote der Jungpioniere, obwohl das wohl Pflicht war: :o) Leider hab ich es nicht weiter geschafft- kurz bevor ich endlich das rote Halstuch bekommen sollte, kam die Wende... Unsere Patenbrigade war das SED-Erholungsheim- wir hatten es echt gut, die hatten eine tolle Einrichtung: Tischtennisplatten, ne Kegelbahn und wir haben denen halt zu Weihnachten was vorgespielt. Schön waren auch die Tage, wo wir Altstoffe gesammelt haben und dafür Geld für die Klassenkasse hatten. Wir mußten zum Glück nicht allzu viel tragen- mein Papa war bei der GST und hatte einen großen LKW *grins* Okay, jetzt reicht es erst mal! |
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damals Pionier in Neuruppin, Bezirk Neubrandenburg - heute Neuruppin
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