181) René (31) schrieb am 26.10.2004
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Ich war unter anderem Wandzeitungsagitator und Verbindungspionier zur Patenbrigade, da mein Vater im Patenkollektiv gearbeitet hat. |
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damals Pionier / FDJler in Forst, Bezirk Cottbus - heute Forst, Brandenburg
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182) Thomas (25) schrieb am 28.10.2004
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Die Zeit war schön, gar keine Frage. Dennoch ist mir heute klar (und damals meinen Eltern), welche Nachteile eine solche Jugendorganisation wie die Pioniere oder die FDJ doch haben kann: Sie werden instrumentalisiert. Freizeitspaß und Bildung standen für uns Kinder im Vordergrund. Doch war das das komplette Ansinnen des Staates? Wir wissen heute, das war es nicht. Es gibt Dinge, die ich heute sehr kritisch reflektiere. Beispiel Sportunterricht: Es gab Schlagballweitwurf, aber auch leere Handgranaten lagen immer im Eimer. Zum Teil "durften" wir auch mit Stielhandgranaten werfen. Das alles sicher nicht nur zur Unterhaltung unsererseits. Pionierlager wurden ebenfalls "vormilitärisch" organisiert. Fahnenappell, Lagerwache etc. Ich denke gern an diese Zeit zurück, aber ich habe damals auch nichts von der Welt gewußt... |
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damals Pionier in Berlin-Lichtenberg
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183) Oliver (40) schrieb am 29.10.2004
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Auch wenn ich schon sehr früh mitbekommen hatte, daß es zumindest zwei Arten von Geld gibt (das normale und das von meinen Westverwandten mitgebrachte), hatte ich doch eine sehr glückliche Kindheit in der DDR. Allerdings bin ich auch auf der Insel Rügen aufgewachsen in einer herrlichen Landschaft und in einer intakten Familie mit einem Vater, der als Schauspieler im Sommer sechs Wochen Urlaub hatte, und mit meinem Bruder und mir an den Strand, in den Wald oder zum See ging. Ich weiß noch, daß ich stolz war, als wir in der vierten Klasse rote statt der blauen Halstücher bekamen -- wir waren der erste Jahrgang, der diesen Wechsel erlebte. Übrigens haben wir weder als Pioniere noch als FDJler eine KZ-Gedenkstätte besucht - vielleicht waren wir zu weit weg. Meine Jugendweihe fand ich toll (auch, weil die Westverwandten Geschenke mitbrachten und mich im Opel zur Feierstunde kutschierten), und zumindest in der 8. Klasse habe ich gern das Blauhemd getragen, weil es zeigte, daß ich schon 14 war. Später habe ich versucht, es möglichst nicht anzuziehen. Einer meiner Freunde war der Sohn eines Predigers - seine älteren Schwestern durften nicht auf die EOS, er selbst -- 1979 kam er in die 9. Klasse -- schon. Als Teenager wurde man dann sensibler für fehlende Freiheiten. |
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damals Pionier in Sellin, Bezirk Rostock - heute Bushey, Hertfordshire, England
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184) Holger (35) schrieb am 11.11.2004
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Man hatte eigentlich eine schöne, ruhige Kindheit. Mußten zwar auf einiges verzichten, aber was man nicht kennt, vermißt man auch nicht. Es gab ja auch viele Veranstaltungen und Sportvereine, so daß auch nie Langeweile aufkam. Man konnte also für ganz kleines Geld viel machen und wurde in den Bereichen, wo man gut war auch gefördert. Auch in Sachen *feiern* waren wir keine Kinder von Traurigkeit. Auch wir gingen in Diskos und machten Partys. Nur gingen die Diskos meist nicht länger als bis 24 Uhr, aber man hat sehr viel improvisiert und eigene Partys auf die Beine gestellt. In den Urlaubstagen sind wir meist mit mehreren Leuten an die Ostsee gefahren und hatten auch da unseren Spaß, über einen Urlaub am Mittelmeer oder in der Karibik hat man eh' kaum nachgedacht und solche Sachen abgehakt...es ging nun mal nicht! Man hat sich als DDR-Kind noch über die kleinen Dinge des Lebens gefreut. Daß man eigentlich auf Schritt und Tritt überwacht wurde hat man entweder nicht gewußt oder es ignoriert. In der DDR über Politik nachzudenken hat sich eh' nicht gelohnt. Man hat einfach versucht das beste draus zu machen. Damals war es auch eine Seltenheit, ein Telefon zu besitzen d.h. man traf sich viel öfter mit Freunden, es gab einen größeren Zusammenhalt. Es wurde mehr gegenseitig geholfen, ohne gleich dabei Geld verdienen zu wollen ...ein geben und nehmen, was man heutzutage irgendwo vermißt. Trotzdem will ich die neue Zeit nicht mehr missen und hab endlich die Möglichkeit auch mal was von der Welt zu sehen und ein ordentliches Auto zu fahren, Nutella zu essen, Coca Cola zu trinken etc. Jetzt ist jeder seines eigenen Glückes Schmied und man muß lernen seinen Arsch zu bewegen. Man bekommt nix mehr geschenkt. Und ständig zu jammern, das früher alles besser war ist Schwachsinn, da es nicht stimmt! Viell. waren einige Sachen besser, aber was ist besser als Freiheit?! |
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damals Pionier / FDJler in Lohmen, Bezirk Dresden - heute Oldenburg , Niedersachsen
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185) Lars (31) schrieb am 12.11.2004
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Mir angenehm in Erinnerung geblieben sind die vielen Veranstaltungen außerhalb der Schulzeit. So fanden FDJ Nachmittage statt, an denen man sich traf. Ich war übrigens Agitator und durfte einmal im Monat an einem Agitatortreffen teilnehmen. Dort bekamen wir immer Themen über die wir unsere Klassen informieren sollten. Schmunzeln muß ich immer wenn ich an unseren morgendlichen Fahnenappell denke. Wenn es zu Auszeichnungen kam, dann war es immer das gleiche Mädchen das diese bekam. Ansonsten wollten alle nur, daß er schnell umgeht damit wir schnell ins Klassenzimmer konnten. Gerade im Winter war es sehr unangenehm. Geärgert habe ich mich immer wenn's Brötchenbasar gab...da habe ich nie das ersehnte Schmalzbrötchen bekommen. Mensch da war ich vielleicht sauer! |
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damals Pionier / FDJler in Magdeburg, Bezirk Magdeburg - heute Magdeburg , Sachsen Anhalt
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186) Claudia (27) schrieb am 17.11.2004
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Bei mir sind viele Erinnerungen verloren gegangen, vor allem weil wir keine Fotos gemacht haben, aber mir ist noch recht gut die Zeit der Altstoffsammlungen im Gedächtnis. Sogar mein Kuscheltier einen Elefant habe ich 1985 nach der SERO-Emmi benannt. Wir hatten in der Wladimir-Iljitsch-Lenin-OS in Karl-Marx-Stadt (erweiterte Russischschule) unter der großen Eingangstreppe (es war eine typische Neubauschule) einen Verschlag, wo eine Waage stand und dort wurde das ganze Altpapier abgegeben. Es ging sehr oft mit rechten Dingen zu, aber manche Jungs unserer Klasse wollten besser sein und brachten die Zeitungen gebündelt vom aktuellen Tag mit. Dies blieb nicht immer unentdeckt. Wieviel gesammelt wurde hat man dann mittels Punkten in eine Tabelle eingetragen und jeder konnte dann so seinen "Erfolg" steigern. Es war eine schöne Kindheit. |
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damals Pionier / FDJler in Karl-Marx-Stadt, Bezirk Karl-Marx-Stadt - heute München , Bayern
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187) Nancy (27) schrieb am 18.11.2004
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Gerade in meinem Alter kommt jetzt langsam das Erinnern an die Kindheit, zumal man auch immer wieder durch die Medien inspiriert wird. Die DDR habe ich 12 Jahre erlebt. Wenn mich jemand fragt, wie es denn in der DDR war, dann sage ich 'Meine Kindheit, und die war wunderschön'. Z. B. Ferienlager - wochenlanger Urlaub von den Eltern zusammen mit anderen Kindern. Der Geruch von Parfüm und Seife, wenn unsere Oma aus Westberlin etwas mitgebracht hatte. Pioniernachmittage, an denen Altstoffe gesammelt wurden. Nicht zu vergessen die vielen AGs die am nachmittag angeboten wurden. Dieses stolze Gefühl, wenn man sich durch stundenlanges Anstehen Apfelsinen erkämpft hat und ein dickes Lob von Mutti bekam. Die Urkunden für gutes Lernen in der Grundschule, die man stolz beim Fahnenappell am letzten Schultag entgegen nahm. Schule war klasse. Daß auch Ordnung, Fleiß und Mitarbeit extra benotet wurden, fand ich gut. Ich erinnere mich wirklich gern an meine Kindheit. Als Erwachsener hatte man denke ich nicht so ein sorgenfreies Leben. Schon in der Jugend ging es mit den Lehrstellen oder Gymnasium los. Man bekam als Kind nicht so richtig mit, mit welchen Gedanken oder Problemen sich die Eltern beschäftigen. Daher hatte ich Glück, daß es bei mir nur die Kindheit war. Jetzt lebe ich in Bayern und fahre ca. 3-4 im Jahr nach Berlin. Ich besuche dann immer Orte aus meiner Kindheit, letztens war es der Berliner Fernsehturm am Alex. Oder nach Tschechien fahre ich auch gern. Da gibt's noch so viele Ostautos und Ostalgie pur, da fühl ich mich echt wohl. Leider werden die Erinnerungen/Gegenstände immer weniger. Aber um so schöner, wenn man mal etwas Kleines entdeckt. |
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damals Pionier in Hennigsdorf b. Berlin - heute Bayern
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188) Anja (23) schrieb am 24.11.2004
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Beim Fahnenappell mußte ich immer ganz hinten stehen obwohl ich zu den kleinsten gehörte. Aber wer seine Bluse nicht an hatte durfte auch nicht vorne stehen. Trotzdem war es immer sehr aufregend wenn sich die ganze Schule auf dem Schulhof aufstellte. Wir riefen immer bereit und die Großen Freundschaft. Das war cool |
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damals Pionier in Rostock, Bezirk Rostock - heute Grevesmühlen, Mecklenburg-Vorpommern
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189) Daniel (22) schrieb am 28.11.2004
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Ich kann mich an relativ viele dinge aus der DDR erinnern, obgleich ich erst fast 8 war, als die Mauer fiel. aber in der Tatsache begründet, daß meine Mutter in der HO gearbeitet hat und mein Vater ein staatstreuer Offizier der NVA war, war ich schon sehr früh sehr stark ins das kulturelle und politische leben involviert. kann mich aber zum Beispiel an die gute Ferienbetreuung in den Pionierhäusern erinnern. war immer spannend, lustig, mit spiel und Sport verbunden und: hab immer was über "meine Heimat" und Tiere und pflanzen dabei gelernt. und natürlich erinnere ich mich noch an das Altpapier und -glassammeln mit meinen Schwestern und nem Bollerwagen den wir hinter uns her zogen :) umherlaufen und an Haustüren klingeln, um Leuten ihren Müll abzunehmen, heute undenkbar, aber damals eine Aufgabe, die mir sehr viel Freude bereitet hat. das sind nur 2 Sachen von vielen, an die ich mich erinnere. einen schönen tag noch. Der Daniel |
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damals Pionier / FDJler in Döbeln, Bezirk Leipzig - heute Dresden, Sachsen
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190) Anett (23) schrieb am 30.11.2004
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Hallo, ich kann mich leider auch nicht mehr so an die Zeit als Pionier erinnern. Nur daran das wir viel unternommen haben. Und Flaschen und Altpapier gesammelt haben und dafür Radiergummis bekommen haben oder auch ein bißchen Geld. Ich denke eigentlich positiv an diese Zeit zurück, war ja auch vielleicht noch ziemlich jung... |
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damals Pionier in Rostock, Bezirk Rostock - heute Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
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191) Heike (32) schrieb am 2.12.2004
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Hallo, schöne Idee mit dieser Seite ein bißchen was zu erzählen, vom Leben, das ja auch existierte. Ich war als FDJler in der GOL meiner Schule. Ich liebte schon damals das Organisieren von Feiern, Klassenfahrten, Veranstaltungen...Zur Schulung fuhren wir jedes Jahr nach Niex(existiert heute nicht mehr), ein Ferienlager. Dort gab es trockenen "Stoff" zu lernen und jede Menge Spaß. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wurde so bei mir geprägt. Wir wußten damals wofür wir einstehen mußten. Das hatte bei uns wenig mit Politik zu tun. So war ich auch dafür verantwortlich einen Besuch bei der Patenbrigade zu organisieren. Das war damals ein Fleisch verarbeitender Betrieb in Bramow (Rostock>).Natürlich wurden wir eingeschworen auf die Zukunft, aber es gehörte zu unserem Leben und das bestand ja nu nicht zu 100% aus revolutionären Gedanken. Wir waren Kinder, die gern ins Ferienlager fuhren oder zur Klassenfahrt. Zur Abschlußfahrt 10.Klasse waren wir damals in Berlin. Die Stadt an sich gefiel mir nicht, aber das Abenteuer ohne Eltern auf Reise zu sein und sich mal nicht sooo anständig benehmen zu müssen, war da das Größte. Die Lieder auf dieser Seite kann ich alle noch. Was man sich alles so merken kann, ohne es zu wissen, ist erstaunlich *gg* Heute bin ich im Elternrat in der Schule meiner Tochter. Tja manche Sachen ändern sich eben nie :-) LG aus Lübeck Heike |
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damals Pionier / FDJler in Rostock, Bezirk Rostock - heute Lübeck, Schleswig-Holstein
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192) Heidemarie (59) schrieb am 3.12.2004
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Lang ist's her, aber ich weiß noch, der Religionsunterricht war für mich nicht allzu interessant, deshalb ging ich zu den Jugendstunden der FDJ. Da wurden Fahrten z.B. nach Dresden in den Zwinger oder aber auch in Betriebe unternommen. Der krönende Abschluß war die Jugendweihe |
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damals Pionier / FDJler in Colditz, Bezirk Leipzig - heute Künzing, Bayern
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193) Janina (28) schrieb am 9.12.2004
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... ich hatte eine sehr schöne Zeit als Kind... Alles war organisiert und strukturiert... Ich war im SC Dynamo Magdeburg als Schwimmerin, ging zu Pioniernachmittagen und Freitags in den Chor... Samstags Schule war ätzend, aber geschadet hat es auch nicht!!! Und wie ist es heute??? Ist es wirklich das, was die damals "Erwachsenen" für sich und uns erreichen wollten??? Eine perspektivlose Jugend ohne Phantasie??? Ich habe mir das Buch "Zonenkinder" gekauft - und es spiegelt meine Meinung richtig gut wieder - Ich lebte in einem Land - was nicht mehr existiert und wofür man sich heute noch oft rechtfertigen muß... Ich habe dieses Land geliebt, denn mir als Kind, hat es nichts getan - ich habe mich behütet gefühlt! |
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damals Pionier in Bebertal, Bezirk Magdeburg - heute Hannover, Niedersachsen
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194) Patricia (41) schrieb am 17.12.2004
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Hallo! Ich war und bin waschechter "Wessi", habe aber früher - bedingt durch die Parteizugehörigkeit meines Vaters - jedes Jahr Urlaub in einem DDR-Pionier- oder Ferienlager gemacht. Z.B. Pionierlager Feliks Dzierzynski in Bad Saarow und Ferienlager "Thomas Müntzer" am Kyffhäuser in Bad Frankenhausen. War 'ne tolle Zeit damals. Trotz morgendlichem Appell mit Gesangsdarbietung (Nur durch die Einheitsfront....). Hab's sogar bis ins Internationale Ferienlager (alle anderen, die ich bis dato besucht hatte waren national) geschafft. Und zwar nach Prerow (Ostsee). Letztes Jahr war ich in Prerow, konnte das Ex-Ferienlager aber nicht mehr finden. Hast Du eine Ahnung, was mit denen passiert ist? Immerhin waren die ja an wunderschönen Plätzen (meistens Seen...) gelegen. Herzliche Grüße + schönes Wochenende... Patricia |
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damals & heute in Frankfurt am Main, Hessen
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195) Ulrike (37) schrieb am 19.1.2005
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och, das war eine sehr schöne zeit. ich hatte eine unbeschwerte Kindheit. jeden Mittwoch Pioniernachmittag (mit oder ohne Halstuch), Fahnenappell, mal um Auszeichnungen vorzunehmen, aber auch verweise, Ferienspiele, mit sehr vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die wenig bzw., gar nichts kosteten, Altstoffe sammeln und abgeben, Wandertage, Ferienlager in Silz, Olbernhau, Heringsdorf, Schulungslager in Niex, Lager für "Arbeit und Erholung" - nicht umgekehrt, Klassenfahrten nach Glowe, Neukloster, Berlin. ich habe nichts vermißt, natürlich stand ich in Warnemünde auf der Mole und habe den schiffen nach Dänemark nach gewunken, natürlich ärgerte ich mich über die vielen Neuwagentransporte übers "große" Wasser. mir ging es gut in der DDR. |
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damals Pionier / FDJler in Rostock, Bezirk Rostock - heute Amrum, Schleswig-Holstein
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196) Julia (32) schrieb am 10.2.2005
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Im Juli 1987 bin ich im Zuge der Familienzusammenführung in die BRD übergesiedelt. Die ersten Jahre waren wirklich bitter. Nicht mehr Dabeisein und Mitmachen ("Immer bereit") waren Ziele - sondern es ging um Haben und Wissen (immer der kleine Schritt voraus macht uns für andere interessant). Als dann 89/90 die Wende kam, lag ich nächtelang wach und wußte nicht wie das jemals klappen könnte. Darüber könnte ich jetzt wahnsinnig viel schreiben... ...es war einfach irre... In meiner Jugendzeit kam ich mir immer vor wie Teil eines Großen und Ganzen. Sehr früh schon gab es Möglichkeiten, etwas für die Gemeinschaft zu tun - sei's für die Wandzeitung, bei SERO Sammlungen und beim Pionierstand auf dem Striezelmarkt (=Weihnachtsmarkt). Teilnahme wurde mir auch immer honoriert - was im Westen eher selten der Fall war: da wurde ich dann sogar mal Klassensprecherin in der elften weil's niemand anders machen wollte, früher wäre das unvorstellbar gewesen. In schöner Erinnerung habe ich auch, daß Nachbarn und Verwandte vieles nebenher am Laufen hatten. Ein Onkel von mir baute Würstchengrills, der andere West-Antennen (jetzt darf ich's ja sagen :-) und vom Metzger-Onkel haben wir immer die gute Leberwurst, etc. bekommen. Die gibt's hier im Westen leider nirgends... Die Leute waren irgendwie interessanter als die Schwaben hier in Stuttgart. Die Erwachsenen waren "Allrounder" und in vielen Dingen begabt und haben über die guten Fachbücher manches neu gelernt. Irgendwo hatte jeder Zeit und Lust auf einen Babbel und das Leben war deshalb menschlicher. Nach über fünfzehn Jahren hat sich so vieles geändert: Straßen, Schulen, Plätze, ... Das schöne weite Land durchschneiden jetzt die breitesten Autobahnen, die ich je gesehen habe - eine Bahnfahrt ist der reine Horror, wo früher Güterabfertigungen und funktionierende Bahnhöfe waren ist heute alles zugenagelt oder bereits aufgelassen - wohin soll das führen? Auf dem Weg in die Freiheit haben wir vieles abgeschüttelt, das uns nicht gar nicht unterdrückt oder eingeschränkt hat. Damals habe ich mein Land verlassen, damit ich ein Abitur machen und studieren konnte. Mittlerweile haben alle anderen auch dieses Land verlassen - ein harter Weg. Als Bauingenieurin würde ich gerne in meiner Heimat wohnen - aber ich finde keine Stelle - weder hier noch dort - Macht's besser - Jule |
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damals Pionier / FDJler in Dresden, Bezirk Dresden - heute Stuttgart, Baden-Württemberg
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197) Moni (25) schrieb am 11.2.2005
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Hallo... hab alles aufmerksam gelesen und muß sagen: ist echt spitze. so kamen supi schöne Erinnerungen von damals wieder hoch. Doch etwas habe ich vermißt...Es gab doch damals Moni und Burratino... ich glaube mich erinnern zu könne die zwei waren in de ABC-Zeitung... dies war meine liebste Zeitung... weil ich ja selber Moni genannt wurde... doch leider wurde dies hier nirgends erwähnt... Irre ich mich??? Liebe Grüße Moni PS: vielleicht hat ja jemand noch so eine Zeitung und könnte hier ein Bild veröffentlichen... |
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damals Pionier in Bad Kösen, Bezirk Halle - heute Bad Kösen, Sachsen-Anhalt
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198) Petra (35) schrieb am 8.3.2005
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Ach ja, es war schon eine schöne Zeit. Wenn ich heute sehe, wie meine zwei Buben alles an Taschengeld benötigen ging es uns doch ganz gut. Auch wenn es bei uns nicht alles gab, mein Taschengeld mußte ich mir über die Sero zusammen sparen oder ich bin für einen älteren Herren aus meinem Dorf einkaufen gegangen. Da gab es evtl. auch mal ´ne Mark für mich. Aber auch wenn wir doch viel ruhiger aufgewachsen sind, möchte ich meinen Kindern doch vieles ersparen. Sie erfahren viel von uns durch erzählen, versuche auch Ihnen klarzumachen, daß man auch in der heutigen Zeit nicht alles haben kann (gab´s ja bei uns auch nicht). Schön waren auch die Fahrten ins Ferienlager, zu Cousinen und Cousins, man hatte ja auch zusammen Ferien. Dies geht natürlich heute nicht mehr so. Aber das Familienleben war früher größer dadurch und man kann viel davon heute an die Kinder weitergeben. Es gab in unserer Klasse ein super Zusammenhalt. Wir halfen den schlechteren Schülern beim Lernen, damit keiner sitzenblieb oder ein Außenseiter wurde. Heute ist jeder sich selbst überlassen in der Schule. Es gibt nicht diesen Zusammenhalt den ich in meiner Schulzeit erlebt habe. Es ist eigentlich Schade, daß es so etwas nicht mehr gibt. |
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damals Pionier / FDJler in Blankenburg/Harz - heute München
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199) Kai (33) schrieb am 11.3.2005
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In meinem 10. Klasse Abschlußzeugnis steht in der Beurteilung als letzter Satz. "von FDJ Veranstaltungen hielt sich Kai prinzipiell fern" So dachte ich halt damals und konnte mit der verordneten Solidarität nichts anfangen. Jetzt lebe ich seit fast 4 Jahren in Stuttgart und ich kann euch sagen wenn mir jemand anbieten würde gib alles Westliche ab und du kannst deine alte DDR wiederhaben, währe ich der erste der auf Trabbi umsteigen würde. Diese Gesellschaft ist einfach nur Asozial Wenn man früher Kritik am System übte wurde man schlimmsten falls eingesperrt, heute interessiert es keine Sau was einer sagt. Diese Ignoranz sucht seines Gleichen. Bei uns hatte jeder seinen Platz in der Gesellschaft, heute werden ganze Generationen vergessen. Ich glaube jetzt kann ich die Idee vom Sozialismus verstehen In diesem Sinne Freundschaft. |
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damals Pionier / FDJler in Hoyerswerda, Bezirk Cottbus - heute Stuttgart (BW)
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200) Sabine (31) schrieb am 13.3.2005
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Ich kann mich noch gut an den täglichen Fahnenappell erinnern. Das fand ich irgendwie faszinierend und andererseits voll affig. Ich hab dazugehört und irgendwie auch nicht, weil ich noch in die Kirche gegangen bin. Das war für mich fast wie ein Doppelleben. Als Kind konnte ich noch nicht unterscheiden, ob das was meine Eltern sagen stimmt oder daß, was ich in der Schule mitbekam. Das war oft schwer und ich bin froh, daß jetzt (zumindest theoretisch) jeder frei seine Meinung haben darf. |
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damals Pionier in Elbingerode, Harz - heute Rahden, NRW
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